Zarif Garten & Zuhause
HERBST HINTER GLAS
Eleganz, die vom Haus in den Garten reicht
Der Herbst beginnt am Fenster, noch bevor er den Garten erreicht. Eines Morgens ziehen Sie den Vorhang beiseite und sehen, dass sich die Bäume in Orange, Kupfer und Bordeaux verwandelt haben. Genau das ist der Moment, in dem Haus und Garten beginnen, dieselbe Geschichte zu erzählen.
In den Sommermonaten lebt man den Garten draußen, außerhalb des Hauses. Im Herbst kehrt sich die Beziehung um: Nun betrachten wir den Garten meist von drinnen, hinter der Scheibe. Den Garten im Oktober zu verschönern heißt deshalb eigentlich, den Blick aus dem Fenster zu verschönern.
Der Oktober ist nicht das Grau des Novembers. Die Sonne wärmt noch, die Farben sind so lebendig wie nie. In diesem Monat gestalten wir ein einziges Ganzes, das vom Fensterplatz über die Terrasse bis in den entlegensten Winkel des Gartens reicht – und wir geben der Erde die ersten Versprechen des Frühlings. Ob Sie einen großen Garten haben oder nur eine einzige Fensterbank, das Prinzip bleibt dasselbe: Der Blick sollte ohne Unterbrechung und mit Eleganz von innen nach außen wandern können.
EINE HERBSTECKE AM FENSTER

Die schönste Ecke des Herbstes ist ein Fenster mit Blick in den Garten. Um sie einzurichten, brauchen Sie nicht viel; was Sie brauchen, ist die richtige Anordnung.
Stellen Sie den Sessel leicht schräg. Ein Sessel, der direkt zur Scheibe gewandt ist, trennt die Ecke vom Raum; ein leicht schräg gestellter Sessel dagegen zeigt Ihnen den Garten und bewahrt zugleich Ihre Verbindung zum Raum. Genau das verbindet die beiden Welten.
Ein kleiner Beistelltisch genügt. Darauf eine Tasse, ein Buch und eine einzige Vase. Der Tisch sollte auf Sitzhöhe des Sessels oder etwas darunter liegen; Sie sollten ihn bequem erreichen, wenn Sie die Hand ausstrecken.
Nehmen Sie die Farben aus dem Garten. Wiederholen Sie die Farben von draußen in Kissen und Plaid: gebranntes Orange, Kupfer, Kastanie. Falten Sie das Plaid nicht zu sorgfältig; legen Sie es über die Armlehne, als hätte es gerade noch jemand benutzt. Und stellen Sie ein paar orangefarbene Dahlien oder einen Hagebuttenzweig aus dem Garten in die Vase. Drinnen und draußen sollen von derselben Jahreszeit erzählen.
Verstellen Sie nicht den Blick. Jedes Objekt vor dem Fenster wird Teil des Rahmens zwischen Ihnen und dem Garten. Eine einzige, niedrige Pflanze auf der Fensterbank genügt; hohe Pflanzen durchschneiden die Aussicht. Lassen Sie die Vorhänge tagsüber ganz geöffnet, damit der Garten wie eine Wand des Zimmers hereinkommt.
TERRASSE UND BALKON IN NEUER STIMMUNG

Die Terrasse ist die Brücke zwischen Haus und Garten. Im Herbst bauen wir diese Brücke mit Farbe. Die Basis bleibt ruhig: Creme und naturbelassenes Holz. Die Lebendigkeit bringen die Akzentfarben: Orange, Kupfer und Bordeaux. Diese warme Farbfamilie spricht dieselbe Sprache wie „Die neuen Farbcodes des Herbstes“ in unserer Rubrik Mode & Stil dieser Ausgabe; die Farben, die wir tragen, und die Räume, in denen wir leben, erzählen von derselben Jahreszeit.
Kissen: Räumen Sie die weißen und hellblauen Kissen des Sommers fort. Zwei oder drei Kissen in Orange, Kupfer oder Bordeaux auf einer cremefarbenen Basis genügen. Die Regel ist einfach: eine Grundfarbe, eine Akzentfamilie. Verwenden Sie nicht jede Farbe auf demselben Sitzmöbel.
Laternen: Laternen aus Kupfer oder patiniertem Metall sind das eleganteste Accessoire des Herbstes. Drei Laternen in unterschiedlichen Höhen wirken stärker als fünf einzeln verteilte. Gruppieren Sie sie.
Töpfe und die Regel der drei Höhen: Was eine Topfgruppe elegant macht, ist, dass die Pflanzen in unterschiedlichen Höhen stehen.
- Hoch: Ziergräser, die Bewegung und Leichtigkeit bringen (Federgras, Segge)
- Mittel: Pflanzen, die die Farbe tragen (Chrysanthemen, Zierkohl, Purpurglöckchen)
- Hängend: Pflanzen, die den Topfrand weicher machen (Efeu, Dichondra)
Wählen Sie für Ihre Töpfe natürliche Materialien: Terrakotta, Stein oder matte Keramik. Verwenden Sie in derselben Gruppe höchstens zwei Topfmaterialien.
HERBSTLICHE KOMPOSITIONEN IM GARTEN

Ein Herbstgarten verlangt nicht nach Fülle wie ein Sommergarten, sondern nach ausgewählter Schönheit. Doch ausgewählt heißt nicht verblasst. Ein Oktobergarten verdient es, lebendig zu sein.
Die Blumen der Saison: Die Chrysantheme ist die Königin des Herbstes. Kombinieren Sie Orange, Kupfer, Bordeaux und Creme; Orange bringt Energie, Creme bringt Ruhe. Die bordeauxroten Blätter des Purpurglöckchens schaffen Tiefe zwischen den Blüten. Erika (Heide) bildet einen niedrigen, weichen Teppich, Alpenveilchen erhellen schattige Ecken, und Zierkohl verleiht eine skulpturale Textur, die bis in den Winter hält.
Unterschiedliche Höhen, dasselbe Prinzip: Die Regel der drei Höhen aus den Terrassentöpfen gilt auch im Garten. Hinten hohe Ziergräser und Sträucher, in der Mitte die Blumen, vorn bodennahe Bodendecker. Wenn Sie vom Fenster aus in den Garten blicken, erzeugen diese Schichten ein Gefühl von Tiefe.
Kürbisse, ein maßvoller Akzent: Genau hier verläuft die Grenze zwischen Eleganz und Überladenheit. Setzen Sie Kürbisse nicht überall ein, sondern an einem einzigen Punkt: auf einer Stufe, neben einer Bank oder am Fuß einer Topfgruppe. Ein einziger starker Blickfang genügt: ein großer Kürbis, ein kürbisförmiges Pflanzgefäß oder höchstens drei in unterschiedlichen Größen. Füllen Sie das Gefäß mit den orangefarbenen Chrysanthemen der Saison und stellen Sie eine Kupferlaterne daneben; den Rest überlassen Sie dem Garten.
WAS PFLANZEN WIR IM OKTOBER?

Der Oktober ist einer der ergiebigsten Pflanzmonate des Gartenjahres. Der Boden speichert noch die Wärme des Sommers, die Regenfälle setzen ein, und die Wurzeln haben Zeit, sich vor dem Winter einzurichten. Alles, was Sie der Erde in diesem Monat anvertrauen, kehrt im Frühling zu Ihnen zurück.
Blumenzwiebeln für den Frühling
Tulpen, Hyazinthen, Narzissen, Traubenhyazinthen, Schneeglöckchen und Anemonen. Der Oktober ist der Monat der Frühlingszwiebeln.
- Tiefe: Pflanzen Sie die Zwiebel 2–3-mal so tief, wie sie selbst hoch ist.
- Ausrichtung: Setzen Sie sie mit der Spitze nach oben.
- Gruppe: Pflanzen Sie nicht einzeln, sondern in Gruppen zu 5–7 Stück. Im Frühling wirken sie so natürlicher und üppiger.
- Zeitpunkt: Hyazinthen, Narzissen, Traubenhyazinthen und Schneeglöckchen können ab Anfang Oktober gepflanzt werden. Tulpen setzt man am besten, wenn sich der Boden etwas abgekühlt hat, zwischen Ende Oktober und November.
- Anemonen: Weichen Sie die Knollen vor dem Pflanzen einige Stunden in lauwarmem Wasser ein.
Ein Etagentopf für den Balkon: Pflanzen Sie in einen tiefen Topf ganz unten Tulpen, in die Mitte Narzissen und obenauf Traubenhyazinthen. So haben Sie aus einem einzigen Topf von März bis Mai eine Blüte nach der anderen.
Blumen, die den ganzen Winter blühen
- Stiefmütterchen: Der Star des Oktobers. Jetzt gepflanzte Stiefmütterchen blühen den ganzen Winter hindurch bis in den Frühling. Ihre Töne in Orange, Bordeaux und Creme passen wunderbar zur Palette dieses Monats.
- Goldlack und Löwenmäulchen: Jetzt gepflanzt, werden sie zu den ersten duftenden, farbenfrohen Blüten des Frühlings.
- Chrysanthemen und Zierkohl: Kaufen Sie sie als bereits blühende Pflanzen; sie bringen sofort Farbe in den Garten.
- Alpenveilchen: Für halbschattige Ecken und Fensterbänke.
Der Gemüsegarten im Oktober
Der Gemüsegarten bleibt im Herbst nicht leer.
- Knoblauch: Stecken Sie die Zehen mit der Spitze nach oben 4–5 cm tief. Geerntet wird im Juni.
- Steckzwiebeln, Dicke Bohnen und Erbsen: Sie überwintern im Boden und liefern im Frühling die erste Ernte.
- Spinat, Kopfsalat, Rucola, Kresse und Petersilie: Sie lieben kühles Wetter und sorgen den ganzen Winter für frisches Grün.
Ein Gemüsegarten auf dem Balkon: Rucola, Kresse und Petersilie in einem tiefen Topf; einige Knoblauchzehen in einem separaten Topf. So kommt von einer kleinen Fläche den ganzen Winter frisches Grün auf den Tisch.
Jungpflanzen, Sträucher und Rasen
Für Rosen, Obstbäume und laubabwerfende Ziergehölze beginnt die Pflanzzeit ab Ende Oktober. Auch Ziergräser und Purpurglöckchen kommen in diesem Monat in die Erde. Der Herbst ist die beste Zeit des Jahres, um lichte Stellen im Rasen nachzusäen oder neuen Rasen anzulegen; der Boden ist warm, die Luft kühl, und die Saat muss nicht gegen die sengende Sommerhitze ankämpfen.
Klimahinweis: In kalten Regionen im Landesinneren sollten Sie die Pflanzungen in der ersten Oktoberhälfte abschließen. In milden Küstenregionen können Sie das Pflanzen bis Ende November verteilen.
DAS LICHT DES ABENDGARTENS

Im Oktober bricht der Abend früh herein. Die Stunden, in denen wir den Garten am meisten sehen, sind nun die Stunden, in denen das Licht schwindet. Deshalb macht das Abendlicht den halben Herbstgarten aus.
Wählen Sie Warmweiß. Bevorzugen Sie für Außenleuchten warmweißes Licht um 2700K. Kaltweißes Licht verwandelt einen Garten in einen Parkplatz; warmes Licht lässt die Orange- und Kupfertöne des Laubs leuchten.
Halten Sie das Licht unterhalb der Augenhöhe. Elegante Gartenbeleuchtung blendet nicht, sie zeigt nur. Verwenden Sie statt hoher Wandleuchten bodennahe, nach unten gerichtete Lichter.
Drei Lichter, drei Aufgaben:
- Wege: Beleuchten Sie den Gehweg seitlich und von niedrig. Das Licht soll nicht den Weg, sondern den Schritt zeigen.
- Sitzbereich: Laternen und Kerzen. Hier sollte das Licht weich und gestreut sein.
- Pflanzen: Beleuchten Sie einen Baum oder eine Gruppe von Ziergräsern von unten nach oben. Abends vom Fenster aus betrachtet, wirken die Schatten des Gartens wie ein Gemälde.
Wer keine Stromleitungen verlegen möchte, findet in Solarlaternen und Erdspießleuchten einen guten Einstieg.
DIESELBE ELEGANZ AUF KLEINEM RAUM

Eleganz misst sich nicht in Quadratmetern. Wenn Sie keinen großen Garten haben, können Sie dasselbe Gefühl auf einem Balkon oder an einem Fenster schaffen. Unsere Formel lautet:
Ein Topf, eine Laterne, ein Plaid.
- Ein Topf: Wenden Sie die Regel der drei Höhen in einem einzigen Topf an. In die Mitte ein Ziergras, ringsum zwei orangefarbene Chrysanthemen oder Stiefmütterchen, an den Rändern ein hängender Efeu.
- Eine Laterne: Aus Kupfer oder Metall, mit einer LED-Kerze darin.
- Ein Plaid: Über die Armlehne des Balkonstuhls oder des Sessels am Fenster.
Auf einem kleinen Balkon lässt ein Outdoor-Teppich auf dem Boden die Fläche wie eine Verlängerung des Zimmers wirken. Und wer einen Blumenkasten am Fenster mit Stiefmütterchen und Alpenveilchen bepflanzt, schenkt einem Zuhause ohne Garten einen Garten, den man vom Fenster aus sieht.
